Gastfolge: Mit Lisa Irion über Menschlichkeit im HR-Bereich
Shownotes
Heute spreche ich mit Lisa Irion von menschwärts über ein Thema, welches vor allem im Personalwesen gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen kann: Menschlichkeit. Denn oftmals findet sich der Ursprung vieler personalrelevanter Themen nicht nur in fehlenden Prozessen, sondern vorrangig in mangelnder Menschlichkeit. Egal ob Azubis, Berufseinsteiger oder Führungskräfte - legen wir den Fokus auf den Menschen, auf das Miteinander und die Kommunikation, werden Prozesse effektiver, Probleme klarer und Lösungen besser umsetzbar.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Anhören! Deine Alexandra
Du hast Feedback oder Fragen zu konkreten Themen, die ich im Podcast behandeln soll? Dann freue ich mich über deinen Kommentar!
Wenn du Unterstützung bei der Gestaltung deiner Personalprozesse brauchst, dann schreib mir gerne eine E-Mail an info@personalpur.de
Host, Redaktion & inhaltlich verantwortlich: Alexandra Zink-Colacicco Impressum: https://personalpur.de/neu-personalpur-website/#page-5
Transkript anzeigen
00:00:00: Ja, cool.
00:00:00: Und jetzt wissen wir auch was das Ganze mit einer Populusche zu tun hat?
00:00:03: Ich würde schon sagen genau.
00:00:05: Das ist der Ursprung meiner Arbeit quasi!
00:00:15: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Frische Personalimpulse, Focuswechsel.
00:00:20: und heute habe ich einen Gast dabei die Unternehmen dabei unterstützt zu verstehen warum vieles im Arbeitsalltag nicht so funktioniert wie es eigentlich gedacht ist Obwohl es fachlich Sinne gibt.
00:00:34: Und was das Ganze tatsächlich mit Popo Duschen zu tun hat, klären wir hier jetzt!
00:00:39: Hallo Lisa!
00:00:40: Hallo Alexandra!
00:00:41: Vielen Dank dir!
00:00:43: Ich freue mich wirklich sehr heute hier zu sein.
00:00:45: Genau ja... Das erlebe ich bei meiner Arbeit wirklich häufig.
00:00:49: Eine gute Idee wird fachlig oder technisch komplett solide umgesetzt, greift aber im Alltag dann trotzdem nicht.
00:00:56: Und wenn man das dann auf den Kern herunterbricht, liegt es oft daran, dass viel zu wenig verstanden wird.
00:01:01: Wie die Menschen, die damit arbeiten am Ende tatsächlich damit umgehen?
00:01:07: Das kenne ich einfach nur gut genug.
00:01:09: und genau deshalb reden wir heute über Menschlichkeit im HR-Bereich und zwar aus zwei Perspektiven aber mit einer derselben Haltung.
00:01:20: Menschen brauchen Menschen und nicht nur perfekte Prozesse.
00:01:26: Prozesse, das ist ein gutes Stichwort.
00:01:28: Denn ich glaube wir schauen beim Thema Menschlichkeit oft in die falsche Richtung wie optimieren Prozisse, verbessern Strukturen versuchen Dinge effizienter zu machen.
00:01:38: was wird dabei aber dann oft gar nicht bewusst betrachten oder manchmal auch einfach leicht fertig übergehen sind die Menschen die am Ende da davon betroffen sind und wie das ganze am ende bei ihnen tatsächlich wirkt.
00:01:52: Ganz häufig werden sie mitgedacht, aber viel zu selten wären sie wirklich bewusst und konkret in die Prozesse- und Veränderungen miteinbezogen.
00:02:01: Ja das zählen kenne ich total!
00:02:03: Und ich kenne es auch eben aus einem ganz anderen Kontext zum Beispiel bei Stellenausschreibungen.
00:02:10: Da wird ganz genau definiert was jemand können soll Aber viel zu wenig darüber nachgedacht wie diese Person später tatsächlich arbeitet oder ob sie überhaupt ins Team passt.
00:02:24: Und ich finde, das passt ganz gut genau zu dem was du sagst.
00:02:29: Du setzt ja genau daran und nicht nur mit Unternehmen und Fach- und Führungskräften sondern auch viel eben mit Azubis und Menschen am Anfang ihres Berufsleben richtig?
00:02:42: Ja genau!
00:02:43: Ich setze bewusst wirklich auch schon sehr früh an, weil eben genau da die Grundlagen entstehen für alles was später im Arbeitsalltag passiert.
00:02:52: Und daher arbeite ich eben auch mit Azubis und Berufseinsteigern, um die grundlegenden Fähigkeiten und Kenntnisse zu legen.
00:02:59: Zu lernen, zu verstehen wie sich es gegenüber eigentlich verhält, wie ich mich hineinversetzen kann und so wirklich schon zu Beginn den Grundstein dafür zu legen, wie Mensch orientiertes und menschliches Arbeitsleben später aussehen kann.
00:03:15: Ja, total spannend und ich sehe dieses Thema Menschlichkeit auch eher nochmals aus dieser HR-Perspektive.
00:03:24: Ich komme ja als Unternehmen heraus wo viele Menschen gearbeitet haben und das Thema Menschlichkeit immer wieder zur Seite geschoben wurde.
00:03:35: also Menschlichkeit bedeutet für mich auch Strukturen schaffen Menschen mitzunehmen auf dem Weg auch Menschen mitzunehmen, die neu im Unternehmen drin sind.
00:03:44: Dass sie wissen an welchen Platz und in welchem Ort sie sind?
00:03:48: Wie ist die Unternehmenskultur?
00:03:50: Was habe ich vor Ansprechpartner?
00:03:52: Allein das sind Menschlichkeiten.
00:03:54: für mich definiert sich Menschlichkeit über zwei Säulen.
00:03:58: Das heißt einmal die Wertschätzung und den Respekt gegenüber einer Person.
00:04:04: Auf der anderen Seite war es ja noch immer so, wie man dann auch mit Menschen umgegangen ist im Austritt.
00:04:11: Also da hat man immer versucht weniger die Kommunikation zu suchen sondern erst immer sozusagen quick and dirty zu machen was natürlich für die Mitarbeiter, die zum Beispiel eine Kündigung erhalten haben oder einen Aufhebungsvertrag ein totaler Schock war.
00:04:31: Und das ist für mich wieder respektvoll, noch als es wertschätzend.
00:04:35: Das kann ich wirklich nachvollziehen bei mir.
00:04:39: Ich komme aus einer ganz anderen Ecke der Unternehmenswelt.
00:04:42: Ich komm ursprünglich aus dem Produkt- und Projektmanagement und war da viele Jahre im Bereich der DuschwCS verantwortlich.
00:04:51: Zum damaligen Zeitpunkt war – vielleicht auch heute noch – dass das für Menschen ein Produkt, das jetzt nicht so wirklich ... kennen und was im Vergleich zu einer herkömmlichen Toilette vielleicht wirklich sehr technisch wirken kann.
00:05:04: Und für mich hat das bedeutet, dass ich wirklich früh gelernt habe und was mich eben auch in meine Arbeit bis heute prägt, dass selbst die beste Idee des besten Produkt nicht optimal funktioniert wenn man nicht versteht wie die Menschen die am Ende vom Tag das Produkt nutzen da damit umgehen wie sie es erleben und was sie wirklich brauchen.
00:05:24: Deswegen war für mich Nutzerzentrierung oder der Mensch bei den ganzen Aktivitäten in Fokus zu nehmen, nicht nur irgendein Passwort.
00:05:33: Für mich war das irgendwie schon immer intuitiv die Grundlage für meine Arbeit und dafür dass sich Dinge am Ende überhaupt funktionieren.
00:05:40: Ganz ganz lange habe ich das irgendwie für selbstverständlich erachtet.
00:05:45: Wirklich bewusst wurde mir das Ganze erst, als ich vor ein paar Jahren angefangen habe, selber Trainings zu geben und dort auch mit Fach- und Führungskräften außerhalb meines eigenen Unternehmens zu arbeiten.
00:05:57: Und egal an welchem Punkt wir in die Diskussion kamen immer wieder kommen wir dabei auf den gleichen Kern zurück dass wenn Probleme im Alltag entstehen meistens eben die Grundlagen fehlen und gar nicht Prozesse und Strukturen und war eben an der Stelle deshalb ansetzen sollten.
00:06:15: Und genau deshalb setze ich mit meiner Arbeit eben auch dort an und das schon direkt zu beginnen, meine Arbeit.
00:06:23: Ja cool!
00:06:24: Jetzt wissen wir auch was das Ganze mit einer Popo-Dusche zu tun hat denke ich mal.
00:06:28: oder Lisa?
00:06:28: Ich
00:06:29: würde schon sagen, dass ist der Ursprung meiner Arbeit quasi.
00:06:33: Genau, was total spannend ist.
00:06:38: Das merkt man eben... Was du es gerade so erzählt hast, das Merken wie im HR Kontext natürlich ziemlich deutlich.
00:06:45: Viele dieser Themen, die später im Unternehmen einfach sichtbar werden wie Zusammenarbeit funktioniert, wie Entscheidungen getroffen werden, wie mit Fehlern umgegangen wird haben oft dort ihren Ursprung.
00:06:59: und trotzdem wird gerade dieser Einstieg ins Berufsdehme oft eher operativ gedacht und weniger als Grundlage für genau die Entwicklung mitgenommen und gesehen so wie du es grad beschrieben hast?
00:07:12: Ja eben!
00:07:13: Azubis und auch Berufseinsteiger brauchen eben neben dem ganzen fachlichen Input, dem operativen, wie du es beschrieben hast.
00:07:20: Den ganzen Infos aus Betrieb und Schule eben auch ergänzend Begleitung um genau diese Themen nachher wirklich transportieren zu können.
00:07:28: Sie brauchen Orientierung Vorbilder die sie in ihrem Alltag eben auch ganz selbstverständlich vorleben Und auch außerhalb von der normalen Ausbildung vom normalen Tagesgeschäft Die Zeit und den Raum dass sie das auch lernen und entwickeln dürfen.
00:07:42: Ja, und genau da kommt natürlich auch jetzt diese Menschlichkeit ins Spiel.
00:07:47: Nicht als wir sind alle froh in der Kitsch sondern als so ... Ich sag mal eine echte Haltung ich sehe dich, ich nehme dich ernst und ich begleite dich!
00:07:56: Ich glaube das ist auch der entscheidende Punkt dass man bewusst versucht zu verstehen wie das was ich tue, was ich sage bei meinem Gegenüber ankommt Und eben nicht nur davon ausgehe, dass es schon so passt und wirkt wie ich das auch gemeint habe.
00:08:10: Genau das wird ja besonders am Anfang des Berufslebens sichtbar.
00:08:14: Azubis sind keine Mini-Erwachsene, sondern sie sind Menschen die zum ersten Mal in ein System eintreten das was sie nicht kennen und auf dass sie in der Schule und im bisherigen Leben eigentlich gar nicht vorbereitet wurden.
00:08:30: Genau das sieht man wirklich finde ich ganz deutlich an vielen Stellen immer wieder.
00:08:35: wir erwarten von den jungen Menschen ganz easy in die bestehenden Strukturen einfügen, ohne dass wir uns mal in deren ihre Lage wirklich reinversetzen und wirklich versuchen zu verstehen was diese jungen Menschen wirklich wahrnehmen wie es ihnen geht.
00:08:52: Was sie erleben viele von ihnen starten ins Berufsleben sind einfach nur froh Schule oder Studium erfolgreich abgeschlossen zu haben.
00:09:00: Starten im Beruf ohne wirklich genau zu wissen auf was sich da eigentlich am Ende eingelassen hat Und Dinge, die für erfahrene Mitarbeiter völlig selbstverständlich sind.
00:09:11: Sind's für die Azubis und jungen Erwachseneben am Ende in der Regel gar nicht.
00:09:17: Hier entscheidet sich dann eben, ob sie anfangen zu verstehen oder einfach nur versuchen irgendwie mitzukommen und vielleicht auch nicht negativ aufzufallen?
00:09:28: Da merkt man es eigentlich, dass wir im Kern über das selbe sprechen ... Nämlich Menschlichkeit ist jetzt nicht a nice to have.
00:09:37: Sie ist Grundlage dafür, dass Menschen wachsen können und sie sich weiterentwickeln können.
00:09:43: Genau!
00:09:44: Und das zeigt sich dann im Alltag ganz konkret in vielen kleinen und großen Momenten, in denen Dinge eben nicht so greifen wie sie gedacht sind.
00:09:52: Dazu besetzt eine Aufgabe vielleicht nicht um, wie man sie gedacht hatte, wo immer davon ausgeht, dass sie eigentlich völlig klar erklärt war.
00:09:59: Eine Idee wird entwickelt, ohne die Menschen dabei einzubeziehen für diese am Ende eigentlich gedacht ist.
00:10:05: Vormeinlich schlankere Prozesse werden definiert ausgerollt aber am Ende wären die Leute, die da damit arbeiten sollen gar nicht aktiv mit eingebunden.
00:10:13: Produkte entstehen mit den allerbesten Absichten Aber vielleicht ohne wirklich zu verstehen wie sie am ende tatsächlich genutzt werden und welche Bedürfnisse der Nutzer unserer Kunde eigentlich wirklich hat.
00:10:25: Und was ist Resultat von allem?
00:10:27: In der Regel immer so ein bisschen das gleiche.
00:10:29: Missverständnisse im Alltag, unnötige Konflikte, schlechte Abstimmung trotz vielleicht guter technischer Strukturen.
00:10:38: Es entstehen unnötige Extraschleifen, Frust und Ablehnung bauen sich dann Stück für Stück auf und die Dinge werden am Ende viel komplizierter und aufwendiger als sie eigentlich sein müssten.
00:10:50: Genau da wird es dann eben sichtbar!
00:10:52: Es geht uns hier nicht um Tools oder perfekte Kommunikation, sondern es geht darum, dass wir verstehen was zwischen den Menschen passiert.
00:11:01: Was die Menschen für Bedürfnisse
00:11:02: haben.".
00:11:03: Ja und das sind natürlich keine Einzelfälle!
00:11:05: Ich sehe auch immer wieder Führungskräfte, die viel Zeit und Aufwand in Prozessveränderungen stecken und sich am Ende wundern warum die Ergebnisse nicht so ausfallen wie sie sich das erhofft hatten?
00:11:17: Oder warum gut gemeinte Maßnahmen nicht zu mehr Zufriedenheit
00:11:21: führen?
00:11:22: sondern im Gegenteil eher Unsicherheit oder sogar Widerstand auslösen.
00:11:27: Ja, ich find das spannendste bei der ganzen Sache ist, dass es oft gar nicht der Fall ist, die Menschen nicht wollen was man ihnen vielleicht unterschwellig erst mal im ersten Moment unterstellt.
00:11:38: Sondern dass es am Ende daran liegt, dass eben gar nicht richtig die Perspektive der Menschen mitbetrachtet wurde, dass sie's vielleicht nicht wirklich verstanden haben.
00:11:47: Genau da geht auch die Menschlichkeit dann im Prinzip verloren nicht aus Absicht, sondern eben aus dem fehlenden Bewusstsein heraus.
00:11:57: Und da denke ich immer an so ein ganz einfaches Beispiel wenn ich Menschen auf der Straße begegne egal ob ich sie kenne
00:12:05: oder nicht
00:12:06: Ich grüße sie bewusst einfach um zu zeigen, ich habe dich gesehen.
00:12:11: Genau das klingt so im ersten Moment eigentlich mal total einfach aber es macht am Ende vom Tag einen entscheidenden Unterschied Ob ich davon ausgehe, dass mein Gegenüber schon versteht.
00:12:21: Dass ich ihn wahrnehme oder ob ich das bewusst und aktiv sichtbar mache?
00:12:25: Nehmen wir zum Beispiel mal den ersten Tag beziehungsweise in der Stadt des Unboardings.
00:12:30: Unboarding ja ohnehin eines deiner Herzensthemen sag' ich jetzt mal.
00:12:35: Genau ein Mensch kommt neu ins neues Umfeld.
00:12:38: vieles ist für ihn unklar, ungewohnt da muss sich erstmal einordnen Und genau in dem Moment macht's eben riesigen Unterschied.
00:12:45: aber einfach soll ich mal reingesetzt wird und nicht wirklich beim Ankommen gesehen oder begleitet wird.
00:12:51: Stellen wir uns alle die Situation vor, versetzen uns da selber mal rein.
00:12:54: Menschen brauchen jemanden der sie abholt.
00:12:57: Damit man nicht nur physisch, sondern auch emotional und aktiv die Person an die Hand nimmt.
00:13:03: Denn oft sind es genau diese kleinen Momente, die am Ende entscheiden, ob sich jemand wirklich willkommen fühlt ... Oder ob er einfach nur da ist und schaut, was jetzt so passiert?
00:13:12: Genau!
00:13:14: nämlich die Unternehmen unterschätzen, wie viel Sicherheit ein klarer Ablauf gibt.
00:13:19: Und Menschlichkeit zeigt sich oft in den Strukturen und nicht in diesen vermeintlichen Kuscheldecken.
00:13:27: Genau das zeigt sich nicht nur am Anfang, sondern es zieht sich im Prinzip durch den gesamten Arbeitsalltag, Lisa?
00:13:35: Ja da hast du völlig recht!
00:13:36: In der Regel sind's oft diese kleinen Momente, die dann den Unterschied machen.
00:13:41: Aufgabe wird übergeben.
00:13:42: Ein kurzer Satz fällt im Meeting eine Abstimmung, die zwischendurch stattfindet und irgendwie gehen immer alle davon aus dass es schon klar ist aber gehört ist leider eben noch lange nicht verstanden.
00:13:54: genau da wird's dann eben jetzt auch spannend.
00:13:57: Menschen interpretieren die Dinge völlig unterschiedlich komplett individuell geprägt von den einzelnen Erfahrungen die sie gemacht haben dem Kontext der Situation wie sie auf den jeweiligen wirkt.
00:14:10: Diese ganzen Punkte sind eben für das Gegenüber nicht sichtbar, beeinflussen aber komplett alles.
00:14:17: Und genau das stellt Unternehmen ja vor eine ganz andere Aufgabe eben nicht nur Dinge gut zu strukturieren oder zu entscheiden sondern aktiv dafür zu sorgen dass sie auch wirklich so verstanden und gelebt werden wie sie gedacht sind.
00:14:34: Und genau da verschiebt sich dann auch die Rolle von HR und Führung
00:14:41: eben weg,
00:14:42: ich gebe Strukturen hin zu diesem aktiven Gestalten von Verständnis im Alltag.
00:14:48: Genau dafür braucht es eine ganz andere Art.
00:14:53: eben mit den Situationen umzugehen, in denen Dinge nicht so laufen wie gedacht.
00:14:57: Also zum Beispiel im Feedback oder auch in der Weiterentwicklung?
00:15:01: Das
00:15:01: ist ein ganz spannender Punkt.
00:15:03: Menschen brauchen Feedback.
00:15:04: Menschen wollen sich weiterentwickeln, wollen wachsen und dafür brauchen sie das Feedback, dass ihnen Orientierung gibt und als Tool zur Weiterentwirkung dient.
00:15:13: Nicht, es ist alles gut oder macht es bitte anders sondern wirklich ganz konkret.
00:15:18: was habe ich konkret wahrgenommen?
00:15:20: Was hatte das für eine Wirkung auf mich?
00:15:22: Wie wünsche ich mir das
00:15:23: künftig?".
00:15:24: Kann sich hier so die drei Ws als Schlagwort im Kopf verankern.
00:15:29: Denn selbst wenn Feedback ehrlich und respektvoll gemeint ist, heißt es eben noch lange nicht, dass es auch beim Gegenüber ankommt.
00:15:35: Und so kann ich wirklich viel besser sicherstellen.
00:15:40: Da sehen wir dann immer das gleiche Muster.
00:15:42: Es geht nicht darum was wir sagen sondern wie's verstanden wird, wie's gelebt und erlebt wird Und deshalb reicht es eben oft nicht aus, einfach nur ein bisschen besser zu formulieren.
00:15:53: Sondern wir müssen uns wirklich aktiv bewusst und gewillt viel stärker mit unserem Gegenüber auseinandersetzen, verstehen und sicherstellen wie's beim anderen
00:16:04: ankommt.".
00:16:05: Ja genau, das ist es ja was dann das Feedback in der Praxis auch so anspruchsvoll macht.
00:16:10: Es geht eben nicht nur darum ehrlich und respektvoll zu sein sondern darum als Führungskraft ein Gefühl dafür zu entwickeln wie Dinge beim Gegenüber eben auch ankommen und was sie dort auslösen.
00:16:23: Das bedeutet aber doch daran auch noch im Umkehrschluss, dass Feedback trainiert werden muss.
00:16:29: Das heißt man gibt nicht nur einmal im Monat Feedback oder einmal im Jahr Feedback sondern am besten jede Woche aus meiner Sicht weil dann trainiere ich das und dann weiß ich auch wie mein Gegenüber reagiert Und Menschlichkeit heisst dann in dem Zuge einfach ehrlich und respektvoll Aber eben auch sich bewusst zu machen was das eigene Verhalten beim anderen auslöst und wie es dort ankommt.
00:16:55: Und daher heißt für mich Menschlichkeit Beziehungen vor Prozess, aber nicht im Sinne von weniger Struktur sondern als Grundlage dafür dass Prozesse überhaupt greifen können.
00:17:06: Das siehst du wahrscheinlich ähnlich?
00:17:08: Genau!
00:17:09: Für mich heißt Menschlichkeit eben den Menschen wirklich zu sehen... ...zu verstehen wie der Mensch denkt, was er fühlt.
00:17:16: Wie er die Dinge erlebt und eben basierend auf diesen Erkenntnissen bewusst zu
00:17:21: handeln.".
00:17:22: Wenn man das jetzt so hört wird ja auch klar, dass ist nichts, was einfach automatisch passiert?
00:17:27: Was würdest du sagen, weil es können Unternehmen ganz konkret tun um genau dieses Verständnis im Alltag stärker zu vor allem
00:17:33: kommen?".
00:17:33: Ich glaube sind gar nicht so die großen Dinge, die wir da jetzt hier vielleicht erwartet sondern zwei sehr grundlegende Punkte, die ich mir leicht jetzt mitgeben möchte.
00:17:42: Für das Erste ist es für mich, dass man eben nicht davon ausgeht.
00:17:46: Dass Klarheit automatisch entsteht nur weil wir etwas sagen sondern dass wir bewusst sicherstellen, dass die Dinge so verstanden werden wie sie gemeint sind.
00:17:55: also Wie kann ich das tun?
00:17:56: Das heißt Ich frag aktiv nach!
00:17:58: Ich lass das Gesagte mir spiegeln und lasse es in den eigenen Worten meines Gegenübers wiedergeben, dass ich so wirklich nochmal sicherstellen kann kam das Ganze wirklich so an, wie ich es auch gesagt habe bzw.
00:18:11: gemeint hab und dann gemeinsam einzuordnen statt einfach drüber wegzugehen und zu schauen, wie die Dinge dann ihren Lauf nehmen?
00:18:18: Ja genau!
00:18:19: Also da knüpfe ich jetzt mit einem ganz klassischen Punkt an – mit einem kleinen Tipp für die Führungskräfte aber auch für die Mitarbeiter.
00:18:29: Die Erwartungen, die man hat klarzukommunizieren Der Menschlichkeit heißt nicht, alles nur laufen zu lassen.
00:18:35: Es heißt auch Orientierung zu geben.
00:18:38: D.h.,
00:18:38: die Orientierung wie kann ich denjenigen einschätzen oder was könnte das Verhalten bei dem anderen auslösen?
00:18:45: Genau darauf baut mein zweiter Tipp auf!
00:18:47: Man sollte sich wirklich bewusst die Zeit nehmen, dass dieses Verständnis überhaupt trainieren und entstehen kann.
00:18:54: Man kann ja nicht einfach davon ausgehen, dass dies menschlich sein schon automatisch passiert.
00:19:00: Man muss daran wirklich aktiv arbeiten, Menschen und ihre Reaktionen besser verstehen zu lernen.
00:19:07: Dass das Ganze funktioniert ist im normalen Arbeitsalltag oft schwierig.
00:19:11: deswegen sollte man sich da wirklich bewusst Räume dafür schaffen in denen es dann auch möglich ist Dinge ausprobieren reflektieren neu einordnen ohne dass es eben direkt funktionieren muss.
00:19:24: Genau, ich hatte das ja vorher schon gesagt, dass eben regelmäßig kurze Feedback-Schleifen da einfach wichtig sind fürs Training.
00:19:31: Und nicht erst nach drei Monaten, wenn schon alles wieder brennt ... Einfach immer wieder gemeinsam bewusst rausschauen, ob das was gedacht und entschieden wurde im Alltag auch wirklich so ankommt?
00:19:44: Das war wirklich schön!
00:19:46: Da sprichte mir aus der Seele.
00:19:49: Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann ist es das, aufhören Menschen einfach nur über ihre Rolle zu betrachten und wirklich anfangen, sie zu sehen und zu verstehen.
00:19:59: Mit dem was sie prägt, was sie denken wie sie die Dinge wahrnehmen, wie sie sind nicht um alles am Ende irgendwie zu individualisieren sondern damit dass das was wir entscheiden und gestalten am ende überhaupt greifen kann.
00:20:12: denn genau davon hängt es eben am Ende ab ob Zusammenarbeit wirklich funktioniert oder Produkte oder Lösungen im Alltag erfolgreich sind.
00:20:20: Genau deshalb ist eben so entscheidend, dass wir diese Dinge nicht erst später versuchen zu korrigieren sondern von Anfang an konsequent mitdeckenden und mitentwickeln.
00:20:30: Und am Ende ist es nicht irgendwie ein weicher Faktor nice to have, sondern einen Punkt der wirklich einen echten Unterschied für den Erfolg vom Unternehmen
00:20:38: macht.
00:20:39: Ja also Da kann ich mich eigentlich nur anschließen.
00:20:43: Ich wünsche mir auch für den HR-Bereich wieder mehr Mut zur Menschlichkeit, dass Menschlichkeit nicht nur ein Softskill ist sondern einfach das Fundament von der guten Arbeit.
00:20:54: denn Mitarbeiter brauchen keine perfekten Führungskräfte sie brauchen menschliche und genau deshalb ist es so entscheidend zu verstehen wie unser Handeln wirkt.
00:21:04: So jetzt sind wir schon fast am Ende Lisa, ich danke dir für dieses coole Gespräch.
00:21:11: Ich konnte ganz viel mitnehmen und ich glaub wir haben heute gezeigt dass Menschlichkeit einfach kein Ethonisch, kein Extra ist sondern die Basis in der Grundlage eben von allem.
00:21:22: Danke dir Alexandra!
00:21:24: Mir hat es auch unglaublich Spaß gemacht hier mit dir zu sein, da drüber zu sprechen Und wenn Sie liebe Zuhörerinnen und Zuhörer heute einfach nur ein Gedanken mitnehmen dann nehmen sie sich bewusst die Zeit die Menschen, mit denen sie zusammenarbeiten.
00:21:38: Mit denen sie sich im Alltag umgeben wirklich zu sehen und zu verstehen – mit allem was sie prägt, was sie bewegt.
00:21:45: Denn genau darin zeigt sich am Ende eben die Menschlichkeit.
00:21:50: Dem es nichts hinzuzufügen und in diesem Sinne wünsche ich euch alles Gute.
00:21:54: macht's gut!
00:21:55: Und bis zur nächsten Folge von Frische Personalimpulse, Fokuswechsel eure Alexandra.
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